Akademische Karriere

Neugierig bleiben und Netzwerke pflegen

Dr. Thomas Waegenbaur hat Philosophie, Germanistik und Geschichtswissenschaften in Tübingen studiert, seinen Master in Vergleichender Literaturwissenschaft in Kalifornien, Berkeley absolviert und an der University of Washington, Seattle promoviert. Er kennt den wissenschaftlichen Betrieb von der Pike auf. Studierenden, die Interesse an einer akademischen Karriere haben, rät er Beziehungen zu pflegen, denn die, so weiß er aus persönlicher Erfahrung, können für eine spätere Anstellung ausschlaggebend sein.

Heute unterrichtet Thomas Waegenbaur als Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Stuttgart im Fachbereich Englische Literaturen/Amerikanische Literatur und Kultur. Als Studiengangsmanager betreut er außerdem die Organisation der verschiedenen Studiengänge und ist somit das Bindeglied zwischen Studierenden, wissenschaftlichen MitarbeiterInnen und der Verwaltung. Die Aufgaben sind komplex und bringen immer wieder neue Herausforderungen mit sich. Das Wichtigste sind ihm die Menschen, denen er jeden Tag begegnet und deren kleinere und größere Probleme er zu lösen versucht.

BerufseinsteigerInnen rät er sich treu zu bleiben und im Umkreis eines Lehrstuhls den ureigenen intellektuellen Interessen zu folgen. Neugierde, Kommunikationsfähigkeit sowie eine große Affinität zu Sprache im Allgemeinen sind eine Grundvoraussetzung. Man solle zudem frühzeitig ein eigenes Netzwerk aufbauen und pflegen. Dabei kommt es auf Qualität, nicht auf Quantität an.

Auf dem wissenschaftlichen Nachwuchs lastet heute ein hoher Druck. Der Konkurrenzkampf ist groß. Dennoch solle man nicht vergessen, dass es kaum zielgerichtete Karrieren gibt. Was im Rückblick gradlinig ausschaut, war oft ein willkürliches Zickzack. Alles andere, so Waegenbaur, wäre auch langweilig und geradezu unmenschlich. Vielmehr solle man das, was man im Moment gerade tut zu 150 Prozent machen – und sonst in den Urlaub fahren. Auch das muss unbedingt sein.