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Du studierst Kunstgeschichte?

Von Teresa Rieger, Mariah Bletzinger und Sonja Rupp

Du studierst Kunstgeschichte? Super, ein überqualifizierter Taxifahrer mehr! Viele GeisteswissenschaftlerInnen werden diese oder ähnliche Aussagen zu genüge kennen. Vielleicht sogar so gut, dass sich das Klischee des taxifahrenden Historikers schon in den eigenen Kopf eingebrannt hat.

Sonja, Mariah und Teresa mit den Leiterinnen des Kunstbüros
Sonja, Mariah und Teresa mit den Leiterinnen des Kunstbüros

Wir haben uns mit Ramona Wegenast und Regina Fasshauer, den Leiterinnen des Kunstbüros Stuttgart, getroffen. Beide haben ein Studium der Kunstgeschichte absolviert und sind inzwischen voll im Berufsleben angekommen. Ganz ohne Taxi. Sie haben sich viel Zeit für uns genommen und mit uns über ihren ganz persönlichen Fahrplan in die Berufswelt gesprochen.

Ihre Arbeit im Kunstbüro besteht darin, ein Weiterbildungs- und Professionalisierungsangebot für bildende KünstlerInnen zu konzipieren. Das Programm umfasst Seminare zur Künstlersozialkasse und Steuerfragen, aber auch Workshops zum Thema: „Wie sieht ein gelungenes Portfolio aus?“ Oder: „Wie errechne ich einen angemessenen Preis für meine Werke?“.

Beide empfehlen, so viel Praxiserfahrung wie möglich zu sammeln, am besten schon während des Studiums. Frühzeitig die Kunstszene der Stadt zu erkunden und ihre Akteure kennenzulernen, Kontakte zu knüpfen, Networking zu betreiben – das ist der Ratschlag der Kunsthistorikerinnen. Im Gespräch ist immer wieder viel Begeisterung für ihre Arbeit zu spüren. Auf die Frage, ob Sie sich heute noch einmal für ein geisteswissenschaftliches Studium entscheiden würden, ist die Antwort ein zweistimmiges „Ja!“

Wer diese Begeisterung teilt, seine Taxifahrer-Albträume hinter sich lassen möchte und seine eigene Freude und Leidenschaft an der Kunst gekonnt vermitteln kann, sollte unbedingt bei der Kunststiftung Baden-Württemberg oder auch direkt im Kunstbüro ein mindestens dreimonatiges Praktikum absolvieren.