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Berufsfindung als Lebensaufgabe

Von Carina Wolf und Nicole Werner

„Es ist eine Lebensaufgabe“ – so beschreibt Karen Oßmann, Projektleiterin des Projekts „Industrie 4.0“ (Thema: Mensch und Beschäftigung) bei der Robert Bosch GmbH, ihre Einstellung zur Berufsfindung. Heute ist Frau Oßmann sehr zufrieden mit ihrem Arbeitgeber, was unter anderem an der ausgeprägten Werteorientierung von Bosch liegt. Doch zu Anfang ihres beruflichen Werdegangs hätte sie niemals gedacht, dass sie später einmal in einem Industrieunternehmen arbeiten würde.

Nach einer Ausbildung zur Buchhändlerin erfüllte sie sich ihren Traum, Literaturwissenschaften zu studieren. Es folgten ein Pädagogik- und Slavistikstudium und nach mehrjähriger Berufserfahrung (im Ausland) ein berufsbegleitendes BWL-Studium. Durch ein Praktikum, von dem sie durch ihr Netzwerk erfuhr, kam sie zu Bosch und hatte dort zum ersten Mal das Gefühl, ihren beruflichen Weg gefunden zu haben: die betriebliche Weiterbildung. Heute hat sie eine Führungsaufgabe in einem anderen Aufgabenfeld im Bosch-Konzern, aber das war damals der Einstieg.

Frau Oßmann hat sich über viele Jahre praktische Kompetenzen angeeignet. Dies rät sie auch allen Studierenden der Geisteswissenschaften. Neben Praktika hält sie es für sehr wichtig, „Zufälle zu arrangieren“, also Netzwerke aufzubauen, um mit möglicherweise zukunftsentscheidenden Personen zusammenzukommen. Auch muss ein/e BewerberIn sich im Klaren darüber sein, ob und wo ein Unternehmen ihn oder sie gebrauchen kann und dies gilt es dem Unternehmen deutlich zu machen. Mit anderen Worten: BewerberInnen sollten sich bemühen, die Sprache des Unternehmens zu sprechen.

Frau Oßmann rät, der eigenen Leidenschaft für ein geisteswissenschaftliches Fach nachzugehen und es zu studieren, auch wenn der Weg in die Industrie schwierig sein könnte. Gerade ihr Werdegang zeigt, dass ein Studium der Geisteswissenschaften eine ideale Grundlage für weitere Ausbildungsschritte sein kann. Chancen nutzen, Netzwerken, praktische Erfahrungen sammeln und sich genau über die angestrebte Position im Zielunternehmen informieren! Dann kann es auch mit der Traumstelle klappen.